Wiederherstellung von Daten aus LVM-, VM-Datenträgern und Ext4/XFS-Verzeichnisspeicher in Proxmox
In diesem Artikel untersuchen wir den Prozess der Wiederherstellung von Daten aus LVM, virtuellen Maschinen-Datenträgern und lokaler Verzeichnis-Speicherung auf Basis der in Proxmox Virtual Environment 9.1.1 erstellten Dateisysteme Ext4 und XFS.

- Funktionen von Proxmox VE
- Methoden zum Anschließen von Datenträgern
- So erstellen Sie Datenträgerabbilder für die Wiederherstellung
- So stellen Sie Daten aus Proxmox VE wieder her
- Fazit
- Fragen und Antworten
- Bemerkungen
Proxmox Virtual Environment (Proxmox VE) ist eine der beliebtesten Open-Source-Virtualisierungsplattformen und wird häufig für den Betrieb von Enterprise-Servern, Private Clouds und Infrastrukturen für virtuelle Maschinen eingesetzt. Sie unterstützt verschiedene Speichertypen, darunter LVM, LVM-Thin, virtuelle Datenträgerabbilder sowie Directory-Speicher auf Basis der Dateisysteme Ext4 und XFS, was eine flexible Organisation der Datenspeicherung ermöglicht.
Selbst eine zuverlässige Infrastruktur ist jedoch nicht vor Ausfällen geschützt. Beschädigungen des Dateisystems, Konfigurationsfehler, Festplattenausfälle, fehlgeschlagene Proxmox-Updates oder das versehentliche Löschen einer virtuellen Maschine können zum Verlust des Zugriffs auf wichtige Daten führen. In solchen Fällen gilt die wichtigste Regel: keine Aktionen auszuführen, die die Informationen überschreiben könnten, da die Daten in den meisten Fällen weiterhin erfolgreich wiederhergestellt werden können.
In diesem Artikel zeigen wir, wie Daten aus LVM-Speicher, virtuellen Maschinen-Datenträgern (VM-Datenträgern) sowie aus Ext4- und XFS-Directory-Speicher in Proxmox wiederhergestellt werden können. Sie erfahren, wo virtuelle Maschinen-Dateien gespeichert werden, welche Besonderheiten die unterschiedlichen Speichertypen aufweisen und welche Tools und Methoden helfen können, verlorene Daten auch nach schwerwiegenden Systemfehlern wiederherzustellen.
Proxmox Virtual Environment-Hypervisor-Datenwiederherstellung: Expertentipps und Tricks
Funktionen von Proxmox VE
Proxmox Virtual Environment ist eine leistungsstarke Open-Source-Virtualisierungsplattform, die den KVM-Hypervisor für vollwertige virtuelle Maschinen und die LXC-Technologie für isolierte Container kombiniert. Dadurch können Administratoren die gesamte Infrastruktur über eine einzige Weboberfläche bereitstellen und verwalten, was die Serverwartung erheblich vereinfacht.

Ein wesentlicher Vorteil von Proxmox ist die Unterstützung einer Vielzahl von Speichersystemen. Dazu gehören:
- LVM;
- LVM-Thin;
- ZFS;
- Ceph;
- Directory-Speicher mit den Dateisystemen Ext4 und XFS.
Dadurch lässt sich die Speicherung von virtuellen Maschinen-Datenträgern flexibel in den Formaten qcow2, raw und vmdk konfigurieren, was ein ideales Gleichgewicht zwischen Leistung und Verwaltungsaufwand gewährleistet. Gleichzeitig führt diese Flexibilität jedoch zu einer komplexen, mehrschichtigen Datenstruktur.
Trotz der hohen Zuverlässigkeit des Systems ist keine Infrastruktur vor Datenverlust geschützt. Hardware-Ausfälle von Laufwerken, Administratorfehler, Beschädigungen des Dateisystems oder fehlgeschlagene Updates können zum Verlust von virtuellen Maschinen, LVM-Volumes oder einzelnen Dateien führen.
Aufgrund der spezifischen Architektur von Proxmox sind Standard-Wiederherstellungsmethoden hier oft wirkungslos. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, die Prinzipien der Datenspeicherung in diesem System zu verstehen und spezialisierte Werkzeuge zur Wiederherstellung einsetzen zu können.
| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| KVM-Virtualisierung | Erstellung und Verwaltung vollwertiger virtueller Maschinen mit Windows, Linux und anderen Betriebssystemen. |
| LXC-Container | Betrieb ressourcenschonender Linux-Container mit minimalem Server-Ressourcenverbrauch. |
| Unterstützung mehrerer Speichertypen | Kompatibilität mit LVM, LVM-Thin, ZFS, Ceph, NFS, CIFS/SMB, iSCSI, Directory-Speicher (Ext4, XFS) und weiteren Speicherlösungen. |
| Verwaltung virtueller Datenträger | Unterstützung für RAW-, QCOW2-, VMDK- und andere Abbildformate virtueller Maschinen-Datenträger. |
| Webbasierte Administration | Zentrale Infrastrukturverwaltung über einen Webbrowser ohne zusätzliche Software. |
| Proxmox-Cluster | Zusammenfassung mehrerer physischer Server zu einem einzigen Cluster für die zentrale Verwaltung. |
| Live-Migration | Migration laufender virtueller Maschinen zwischen Cluster-Knoten ohne Ausfallzeit. |
| Hochverfügbarkeit (HA) | Automatischer Neustart virtueller Maschinen auf einem anderen Knoten im Falle eines Host-Ausfalls. |
| Backup | Erstellung vollständiger und inkrementeller Backups von virtuellen Maschinen und Containern mit Unterstützung für Automatisierung. |
| Snapshots | Erstellung sofortiger Snapshots von Zuständen virtueller Maschinen zur schnellen Wiederherstellung. |
| Netzwerkfunktionen | Unterstützung für Linux Bridge, Open vSwitch, VLANs, Bonding und Software-Defined Networking (SDN). |
| Speicherverwaltung | Hinzufügen, Entfernen, Überwachen und Konfigurieren lokaler und netzwerkbasierter Speicherressourcen. |
| Systemüberwachung | Echtzeitüberwachung von CPU, Arbeitsspeicher, Netzwerk, Speicher und Systemereignisprotokollen. |
| API und Automatisierung | REST-API, CLI und Automatisierungsunterstützung über Ansible, Terraform und andere Verwaltungswerkzeuge. |
| Datenwiederherstellung | Im Fehlerfall können Daten häufig mit spezieller Datenwiederherstellungssoftware aus LVM, LVM-Thin, virtuellen Maschinen-Datenträgern sowie aus Directory-Speichern auf Basis von Ext4 und XFS wiederhergestellt werden. |
Methoden zum Anschließen von Datenträgern
Bevor Sie mit der softwarebasierten Wiederherstellung beginnen, müssen die Serverlaufwerke korrekt an einen Windows-Computer angeschlossen werden.
Dies kann auf mehrere Arten erfolgen:
- Die zuverlässigste Option ist ein klassischer SATA-Anschluss direkt am Motherboard. Dies gewährleistet maximale Lesegeschwindigkeit und minimale Latenz.
- Wenn das Motherboard nicht über genügend Anschlüsse für das gesamte Array verfügt, ist ein PCIe-SATA-Adapter eine ausgezeichnete Lösung, mit der Sie zusätzliche Laufwerke anschließen können.
- Wenn Sie das Computergehäuse nicht öffnen möchten, können Sie externe USB-Dockingstationen oder Adapterkabel verwenden. Beachten Sie jedoch, dass die Scan-Geschwindigkeit über USB deutlich geringer ist, was die für die Arbeit mit großen Datenmengen erforderliche Zeit spürbar erhöht.
Und die wichtigste Regel: Das Erstellen von Datenträgerabbildern im Byte-für-Byte-Verfahren sollte immer in Betracht gezogen werden. Dies ist besonders wichtig, wenn Ihre Laufwerke defekte Sektoren aufweisen, ungewöhnliche Geräusche erzeugen oder die Gefahr einer weiteren Verschlechterung besteht. In diesem Fall arbeitet das Programm mit einer virtuellen Kopie, ohne das beschädigte physische Laufwerk zusätzlich zu belasten.

So erstellen Sie Datenträgerabbilder für die Wiederherstellung
In Situationen, in denen es technisch nicht möglich ist, alle für die Wiederherstellung benötigten Laufwerke gleichzeitig an den Computer anzuschließen, können Sie die Methode des Erstellens ihrer Abbilder verwenden.
Ein Abbild ist eine exakte Byte-für-Byte-Kopie eines physischen Laufwerks, die als normale Datei auf einem anderen Speichermedium mit großer Kapazität gespeichert wird. Sie können die Laufwerke nacheinander an das System anschließen, Abbilder davon erstellen und anschließend alle resultierenden Dateien in das Programm laden.

Das Datenwiederherstellungsprogramm Hetman Partition Recovery arbeitet mit eingebundenen Abbildern genauso wie mit echten physischen Laufwerken und ermöglicht Ihnen so die vollständige Wiederherstellung der Proxmox-Speicherstruktur und das Extrahieren der benötigten Daten daraus.
Um ein Abbild zu erstellen, starten Sie Hetman Partition Recovery, wählen Sie das gewünschte Laufwerk aus der Liste aus und klicken Sie auf die Schaltfläche Datenträger speichern.

Geben Sie im angezeigten Fenster den Speicherort der Datei an.
Hinweis: Die Größe des Abbilds entspricht der vollständigen Kapazität des Quelldatenträgers, unabhängig davon, wie stark er belegt ist. Stellen Sie daher im Voraus sicher, dass das Zielspeichergerät über ausreichend freien Speicherplatz verfügt.

Nachdem das Abbild gespeichert wurde, wechseln Sie zum Hauptmenü und wählen Sie Datenträger einbinden. Wählen Sie in der Typenliste Raw-Datenträgerabbilder aus und laden Sie Ihre Datei.

Es wird in der Geräteliste zusammen mit den physisch angeschlossenen Laufwerken angezeigt. Wenn Sie mehrere problematische Laufwerke haben, wiederholen Sie diesen Vorgang für jedes einzelne.

Nachdem alle erforderlichen Laufwerke entweder physisch oder als Abbilder im System vorhanden sind, erkennt das Programm automatisch die LVM-, Dateisystem- und virtuelle Maschinen-Datenträgerstruktur und zeigt sie vollständig bereit für Analyse und Wiederherstellung an.
So stellen Sie Daten aus Proxmox VE wieder her
Wiederherstellung aus Directory Ext4
Ein auf dem Dateisystem Ext4 basierender Directory-Speicher ist eines der unkompliziertesten Formate in Proxmox. Neben virtuellen Datenträgern in den Formaten qcow2 oder raw werden dort häufig auch ISO-Abbilder, Backups oder reguläre Dateien gespeichert.

In unserem Beispiel betrachten wir eine Situation, in der die Struktur eines solchen Directory-Speichers versehentlich gelöscht oder durch einen Systemfehler beschädigt wurde. Selbst unter diesen Bedingungen folgt der Wiederherstellungsprozess jedoch einem völlig standardmäßigen Ablauf.
Für den praktischen Teil verwenden wir Hetman Partition Recovery. Diese zuverlässige professionelle Lösung ermöglicht es, Laufwerke gründlich zu scannen, alle verlorenen Daten zu finden und sie sicher unter möglichst genauer Beibehaltung der ursprünglichen Ordnerstruktur wiederherzustellen.
Um verlorene Daten zu finden, wählen Sie im Programm das gewünschte physische Laufwerk oder logische Volume mit der Bezeichnung Ext4 aus und starten Sie den Datenscan.

Wir empfehlen, mit dem Schnellscan zu beginnen. Wenn die Dateisystemstruktur stark beschädigt ist und die schnelle Suche keine Ergebnisse liefert, verwenden Sie den Vollscan.
Wenn das Programm den Scan abgeschlossen hat, öffnen Sie den gefundenen Directory-Speicher. Da in diesem konkreten Fall keine virtuelle Maschine auf dem Datenträger vorhanden war und dort nur unsere Testdateien gespeichert wurden, wird die ursprüngliche Ordnerstruktur des Ext4-Dateisystems selbst angezeigt.

Suchen Sie nun einfach den Ordner mit unseren Testdaten, wählen Sie die benötigten Dateien aus, klicken Sie auf die Schaltfläche Wiederherstellen und geben Sie den Pfad an, unter dem sie auf einem sicheren Arbeitslaufwerk gespeichert werden sollen.

Wiederherstellung aus Directory XFS
Ein weiteres beliebtes Datenformat in Proxmox ist Directory-Speicher auf Basis des zuverlässigen XFS-Dateisystems. Aufgrund seiner hohen Leistung bei der Arbeit mit großen Datenmengen wird es häufig sowohl zur Speicherung von virtuellen Maschinen-Datenträgern als auch von großen Dateiarchiven verwendet.

Hier ist ein sehr wichtiger Aspekt zu beachten. Wenn Ihr XFS-Speicher als gemeinsamer Netzwerkordner konfiguriert und über die Protokolle SMB oder FTP genutzt wurde, steigt das Risiko einer versehentlichen Löschung von Daten durch Benutzer deutlich. Aber auch in diesem Fall kann Hetman Partition Recovery verlorene Informationen, die über das Netzwerk gelöscht wurden, effektiv finden und wiederherstellen.
Das Vorgehen bleibt so einfach wie möglich. Wählen Sie die erkannte logische Partition mit der Bezeichnung XFS aus der Liste aus und starten Sie den Scan.

Wenn die Dateien lediglich gelöscht wurden, reicht in der Regel der Modus Schnellscan aus, um sie zu finden. In komplexeren Situationen, beispielsweise nach einer Beschädigung der logischen Struktur des Volumes, verwenden Sie den Vollscan.
Nachdem der Scanvorgang abgeschlossen ist, öffnen Sie das gefundene Dateisystem. Das Programm zeigt die ursprüngliche Verzeichnisstruktur mit allen vorhandenen und gelöschten Daten korrekt an.

Alles, was Sie tun müssen, ist zum entsprechenden Speicherordner zu gehen, die verlorenen Netzwerkdokumente oder virtuellen Maschinen-Abbilder zu finden, sie auszuwählen, auf die Schaltfläche Wiederherstellen zu klicken und sie auf einem anderen vorbereiteten Speichermedium zu speichern.

Wiederherstellung aus LVM-Speicher
Häufig ist der Verlust des Zugriffs auf Daten nicht auf das versehentliche Löschen von Dateien zurückzuführen, sondern auf einen Ausfall der Serverhardware selbst oder kritische Fehler im Betriebssystem Proxmox.
In solchen Situationen wird der gesamte Ablauf unterbrochen, da der Zugriff auf die virtuellen Maschinen und ihren Speicher vollständig blockiert ist. Die Daten auf den Laufwerken selbst bleiben jedoch in der Regel erhalten. Deshalb demonstrieren wir den Wiederherstellungsprozess auf einem Windows-Computer, an den Sie lediglich die vom ausgefallenen Server getrennten Laufwerke anschließen müssen, um die Daten weiter wiederherzustellen.

Um solche komplexen Probleme zu lösen, verwenden wir Hetman RAID Recovery.
In unserer Situation konnte das Programm nach dem Anschließen des Datenträgers mit der LVM-Struktur den Dateisystemtyp, auf dem sich die virtuelle Maschine befand, nicht automatisch erkennen. Dies tritt nach schwerwiegenden Hardware- oder Systemausfällen häufig auf.

Daher wählen wir diese nicht erkannte logische Partition aus und starten den Modus Vollscan. Dieser leistungsstarke Algorithmus prüft die Datenträgeroberfläche gründlich und kann die Dateisystemstruktur selbst dann rekonstruieren, wenn grundlegende Servicerecords fehlen.

Wenn das Programm den Tiefenscan abgeschlossen hat, wird es die interne Struktur des verlorenen Datenträgers des Gastbetriebssystems rekonstruieren. Danach ist das weitere Vorgehen bereits vertraut.

Da unsere virtuelle Maschine Windows 10 Pro ausgeführt hat, öffnen wir einfach das gefundene Dateisystem und wechseln in das Systemverzeichnis Users.

Öffnen Sie Ihren Profilordner, suchen Sie alle erforderlichen persönlichen Dateien, wählen Sie sie aus, klicken Sie auf die Schaltfläche Wiederherstellen und geben Sie den Pfad an, unter dem sie auf einem sicheren Arbeitslaufwerk gespeichert werden sollen.
Fazit
Proxmox VE bietet flexible Datenspeicherfunktionen und unterstützt LVM, LVM-Thin, Datenträger virtueller Maschinen sowie Directory-Speicher auf Basis der Dateisysteme Ext4 und XFS. Trotz der hohen Zuverlässigkeit der Plattform können Hardwareausfälle, Beschädigungen des Dateisystems, administrative Fehler oder das versehentliche Löschen von virtuellen Maschinen zum Verlust des Zugriffs auf wichtige Daten führen.
In den meisten Fällen bedeutet dies jedoch nicht, dass die Informationen dauerhaft verloren sind. Wenn Sie rechtzeitig auf das Schreiben neuer Daten auf den beschädigten Speicher verzichten und spezialisierte Werkzeuge zur Datenträgeranalyse verwenden, bleiben die Chancen auf eine erfolgreiche Wiederherstellung von Dateien, virtuellen Maschinen und deren Abbildern sehr hoch.
Wir hoffen, dass Ihnen dieses Material geholfen hat zu verstehen, wie die Datenspeicherung in Proxmox organisiert ist, wo sich VM-Datenträger und Directory-Speicher befinden und welche Methoden für deren Wiederherstellung verwendet werden können. Eine korrekte Diagnose, regelmäßige Backups und Kenntnisse des Wiederherstellungsverfahrens helfen, die Folgen von Ausfällen zu minimieren und das System schnell wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu versetzen.







