Wiederherstellung von Daten aus mit mdadm verwalteten RAID 0-, RAID 5- und RAID 6-Arrays, die in OpenMediaVault erstellt wurden
In diesem Artikel untersuchen wir den Prozess der Datenwiederherstellung aus mdadm RAID 0, RAID 5 und RAID 6-Arrays, die im Betriebssystem OpenMediaVault 8.2.8 erstellt wurden. Wir analysieren die häufigsten Szenarien für Datenverluste: versehentliche Dateilöschung über Netzwerkprotokolle wie SMB, NFS oder FTP, Datenbeschädigung infolge des Ausfalls einer oder mehrerer Festplatten, Ausfall der Server- oder NAS‑Hardware sowie Softwarefehler des OpenMediaVault-Betriebssystems verursacht durch Updates oder kritische Bugs.

- Fähigkeiten von OpenMediaVault
- SCHRITT 1. Anzahl der für die Wiederherstellung benötigten Laufwerke
- SCHRITT 2. Anschließen der Laufwerke an den Computer
- SCHRITT 3. Arbeiten mit Festplattenabbildern
- SCHRITT 4. Automatische RAID‑Erkennung
- SCHRITT 5. Manuelle RAID‑Konstruktion
- Fazit
- Fragen und Antworten
- Bemerkungen
OpenMediaVault ist ein verbreitetes Betriebssystem zum Aufbau von Heim- und Unternehmens‑NAS‑Servern auf Linux‑Basis. Zur Erhöhung der Ausfallsicherheit und Verbesserung der Leistung werden softwarebasierte RAID‑Lösungen über das Dienstprogramm mdadm eingesetzt. Am häufigsten erstellen Anwender RAID 0, RAID 5 und RAID 6-Arrays, die mehrere Laufwerke zu einem einzigen Speicherpool zusammenfassen und Daten gegen Festplattenausfälle schützen.
Selbst zuverlässige RAID‑Arrays sind jedoch nicht immun gegen Datenverlust. Der Ausfall einer oder mehrerer Festplatten, ein Controller‑Fehler, Dateisystembeschädigung, Fehler bei der Array‑Rekonfiguration oder versehentliches Löschen von Daten können zum Verlust des Zugriffs auf wichtige Dateien führen.
In diesem Artikel beschreiben wir, wie Daten aus softwarebasierten mdadm RAID 0, RAID 5 und RAID 6-Arrays, die unter OpenMediaVault erstellt wurden, wiederhergestellt werden können. Sie erfahren die typischen Ursachen für Datenverluste, wie Laufwerke korrekt an einen Computer angeschlossen werden und wie spezialisierte Software zur Wiederherstellung der Array‑Struktur und zum Abruf verlorener Daten eingesetzt wird.
Wie man Daten von einem mit OpenMediaVault erstellten mdadm RAID 0, 5, 6 wiederherstellt
Fähigkeiten von OpenMediaVault
OpenMediaVault ist ein Open‑Source‑Betriebssystem, das speziell für den Aufbau von Network‑Attached‑Storage konzipiert wurde. Es basiert auf Debian Linux und richtet sich an Privatanwender und kleine Unternehmen, die eine einfache, zuverlässige und flexible Netzwerkdateispeicherlösung benötigen. Das System wird über eine benutzerfreundliche Weboberfläche verwaltet, sodass tiefgehende Linux‑Kenntnisse oder Erfahrung mit der Kommandozeile für die Konfiguration nicht erforderlich sind.

Der entscheidende Vorteil dieses Betriebssystems ist das leistungsfähige und flexible Festplattenplatz‑Management. OpenMediaVault bietet integrierte Unterstützung für die Verwaltung von softwarebasierten RAID‑Lösungen über das mdadm-Dienstprogramm, mit dem fehlertolerante oder leistungsstarke Konfigurationen wie RAID 0, RAID 1, RAID 5 und RAID 6 erstellt werden können. Integrierte S.M.A.R.T.-Überwachungsmechanismen liefern kontinuierliche Informationen über den physischen Zustand der Laufwerke und warnen frühzeitig vor möglichen Hardwareproblemen.
Das Hauptmerkmal von softwarebasierten Arrays auf mdadm-Basis ist ihre hohe Portabilität und die vollständige Unabhängigkeit von spezifischer Hardware. Da die RAID‑Architektur – insbesondere die Level 0, 5 oder 6 – vollständig durch die Betriebssystem‑Software implementiert wird, sind solche Arrays nicht fest an einen bestimmten RAID‑Controller oder das Mainboard Ihres NAS‑Geräts gebunden.
| Eigenschaft | OpenMediaVault |
|---|---|
| Systemtyp | Open-Source-Betriebssystem für NAS |
| Basisplattform | Debian Linux |
| Lizenz | Open Source (GPLv3) |
| CPU-Architekturen | x86, x86-64, ARM |
| Verwaltung | Webbasierte Benutzeroberfläche |
| Unterstützte Dateisysteme | EXT2, EXT3, EXT4, XFS, JFS, Btrfs, ZFS (über Plugin) |
| RAID-Unterstützung | JBOD, RAID 0, RAID 1, RAID 5, RAID 6, RAID 10 |
| RAID-Typ | Software-RAID auf Basis von mdadm |
| Netzwerkprotokolle | SMB/CIFS, NFS, FTP, SFTP, SSH, Rsync, WebDAV |
| Docker-Unterstützung | Ja |
| Virtualisierung | Über Plugins und Docker-Container |
| Benutzer- und Gruppenverwaltung | Unterstützt |
| Zugriffssteuerung | ACLs und POSIX-Berechtigungen |
| Laufwerksüberwachung | S.M.A.R.T.-Tests |
| Benachrichtigungen | E-Mail-Benachrichtigungen |
| USV-Unterstützung | Ja |
| Backup-Funktionen | Rsync, Time Machine, Backup-Plugins |
| Plugin-Unterstützung | Ja, über OMV-Extras |
| Festplattenverschlüsselung | LUKS |
| SSD-TRIM-Unterstützung | Ja |
| Fernverwaltung | Über Weboberfläche und SSH |
| Mindestarbeitsspeicher | Mindestens 1 GB (2 GB oder mehr empfohlen) |
| Unterstützte Speichermedien | HDD-, SSD-, NVMe- und USB-Laufwerke |
SCHRITT 1. Anzahl der für die Wiederherstellung benötigten Laufwerke
Bevor Sie mit der Wiederherstellung beginnen, ist es wichtig zu verstehen, wie viele Laufwerke des Arrays vorhanden und funktionsfähig sein müssen.
- RAID 0 benötigt mindestens zwei Laufwerke und ist das einzige besprochene Level ohne Redundanz. Daten werden in sequentiellen Blöcken über alle Array‑Laufwerke verteilt geschrieben, was hohe Lese‑ und Schreibleistung ermöglicht. Der Nachteil dieser Architektur ist jedoch das vollständige Fehlen von Schutz: Der Ausfall eines beliebigen Laufwerks macht das Array sofort unlesbar und alle Daten unzugänglich.
- RAID 5 ist eine besser geschützte Lösung und erfordert mindestens drei Laufwerke. Zusätzlich zu den Nutzdaten werden Paritätsblöcke geschrieben, die gleichmäßig auf alle Array‑Laufwerke verteilt sind. Im Falle des Ausfalls eines einzelnen Laufwerks können diese Paritätsinformationen verwendet werden, um die verlorenen Daten mathematisch aus den verbleibenden intakten Geräten zu rekonstruieren. Damit bleibt das Array voll funktionsfähig, bis das ausgefallene Laufwerk ersetzt wird.
- RAID 6 ist das hier besprochene resilienteste Level und erfordert mindestens vier Laufwerke. Im Gegensatz zu RAID 5 werden hier zwei unabhängige Prüfsummen‑Sätze berechnet und gespeichert, sodass das Array den gleichzeitigen Ausfall von zwei Laufwerken toleriert, ohne den Zugriff auf die Daten zu verlieren. Diese Eigenschaft macht RAID 6 zur optimalen Wahl für Umgebungen, in denen Speicherzuverlässigkeit Priorität hat.

SCHRITT 2. Anschließen der Laufwerke an den Computer
Laufwerke können je nach vorhandener Hardware auf verschiedene Weise an einen Computer angeschlossen werden.
Die einfachste und zuverlässigste Option ist der direkte Anschluss per SATA an das Mainboard. Dies bietet maximale Datenübertragungsraten und minimale Latenz bei Lesevorgängen.
Sind nicht genügend SATA‑Anschlüsse am Mainboard vorhanden, kann ein PCIe‑SATA‑Adapter verwendet werden, um vier oder mehr Laufwerke gleichzeitig anzuschließen.
Für einen schnellen Anschluss ohne Öffnen des Gehäuses sind externe USB‑Dockingstationen oder SATA‑USB‑Adapter praktisch. Diese Option bietet jedoch geringere Datenübertragungsraten, was bei der Arbeit mit großen Datenmengen spürbar sein kann.

SCHRITT 3. Arbeiten mit Festplattenabbildern
Der Arbeit mit Festplattenabbildern sollte besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Dieser Ansatz ist besonders relevant, wenn Laufwerke physisch beschädigt sind oder ein Risiko weiterer Verschlechterung besteht.
In Situationen, in denen es technisch nicht möglich ist, alle für die Wiederherstellung benötigten Laufwerke gleichzeitig an einen Computer anzuschließen — beispielsweise aufgrund fehlender freier Anschlüsse — können Sie die Methode der Erstellung von Abbilden verwenden.
Sie können die Laufwerke nacheinander an das System anschließen, Abbilddateien davon erstellen und anschließend alle resultierenden Dateien in die Anwendung Hetman RAID Recovery laden. Das Programm arbeitet mit eingebundenen Abbildern genauso wie mit realen physischen Laufwerken, sodass Sie ein virtuelles Array vollständig rekonstruieren und daraus die benötigten Daten extrahieren können.
Zum Erstellen eines Abbilds starten Sie die Anwendung, wählen das gewünschte Laufwerk in der Liste und klicken auf Datenträger speichern. Im erscheinenden Dialog geben Sie den Zielpfad für die Datei an.

Beachten Sie, dass die Image‑Datei in der Größe dem vollen Kapazitätsumfang des Quelllaufwerks entspricht, unabhängig davon, wie viele Daten sich tatsächlich darauf befinden. Stellen Sie daher im Vorfeld sicher, dass das Zielmedium über ausreichend freien Speicherplatz verfügt.
Sobald das Abbild gespeichert ist, wechseln Sie zum Hauptmenü und wählen Datenträger einbinden. In der Liste der Typen wählen Sie Rohplattenabbilder und laden die Datei.

Das Abbild erscheint in der Geräteliste neben physisch angeschlossenen Laufwerken.
Bei mehreren problematischen Laufwerken wiederholen Sie diesen Vorgang für jedes einzelne.
Sobald alle Array‑Komponenten physisch oder als Abbilder im System vorhanden sind, erkennt das Programm die RAID‑Konfiguration automatisch und zeigt deren Struktur zur Analyse und Wiederherstellung an.

SCHRITT 4. Automatische RAID‑Erkennung
Betrachten wir einen Handlungsablauf für die häufigsten Datenverlustszenarien. Beginnen wir mit Hardwareausfällen — komplettes Abschalten der Server‑Hardware, Ausfall interner Komponenten oder Beschädigung einzelner Array‑Laufwerke. Solche Situationen führen am häufigsten dazu, dass das Betriebssystem das Array nicht mehr erkennt und der Zugriff auf die Daten vollständig verloren geht.
Zu dieser Kategorie zählen auch kritische Ausfälle von OpenMediaVault selbst — Situationen, in denen das System nicht bootet oder nach einem Update bzw. Systemfehler fehlerhaft arbeitet. In solchen Fällen ist der einzige Weg, auf die Laufwerke zuzugreifen, diese an einen anderen Computer anzuschließen und die beschädigte Umgebung zu umgehen.
Eine eigene Gruppe bilden Bedienfehler. Am typischsten ist das versehentliche Löschen von Dateien mittels Shift + Delete, wodurch Daten dauerhaft entfernt werden, ohne in den Papierkorb verschoben zu werden. Obwohl ein solcher Verlust irreversibel erscheint, können Informationen in den meisten Fällen mit spezialisierter Software wiederhergestellt werden, da die Daten physisch auf der Festplatte verbleiben, bis sie von neuen Dateien überschrieben werden.
Für die Behebung dieser Probleme verwenden wir Hetman RAID Recovery — spezialisierte Software, die für die automatische und manuelle Rekonstruktion beschädigter Arrays sowie die sichere Extraktion von Dateien entwickelt wurde.
Der Hauptvorteil dieses Werkzeugs besteht darin, dass es eine erfolgreiche Wiederherstellung auch bei vollständigem Fehlen des ursprünglichen NAS‑Servers oder des Mainboards ermöglicht, auf dem das Array erstellt wurde.
Die Software ist plattformübergreifend und in Linux sowie macOS voll funktionsfähig. In diesem Video führen wir die Wiederherstellung unter dem Betriebssystem Windows 11 durch.
Führen Sie eine praktische Demonstration der Wiederherstellung nach einem Server‑Hardwareausfall anhand eines RAID‑5‑Beispiels mit drei Laufwerken durch. Für RAID 0 und RAID 6 ist das Verfahren vollständig identisch, sodass die beschriebenen Schritte universell für alle unterstützten Konfigurationen gelten.
Nachdem die ausgebauten Laufwerke physisch an einen Windows‑11‑basierten Computer angeschlossen wurden, öffnen Sie zunächst das System‑Tool Datenträgerverwaltung. Stellen Sie sicher, dass alle Laufwerke vom System auf Hardware‑Ebene erkannt werden.
Wesentlich: Wenn Windows anbietet, diese Laufwerke zu initialisieren oder zu formatieren — lehnen Sie diese Aktion ab. Jede Initialisierung überschreibt Metadaten und kann die Struktur Ihres Arrays irreversibel beschädigen.

Nachdem die automatische Rekonstruktion abgeschlossen ist, zeigt das Programm das Array auf dem Hauptbildschirm an und informiert über Typ, Gesamtgröße und Dateisystem.

Um mit der Suche nach Daten zu beginnen, wählen Sie ein beliebiges Laufwerk dieses Arrays aus und starten den Schnellscan-Modus. Das Programm durchsucht Metadaten und Dateisystem‑Verzeichnisse, erkennt verlorene Elemente und bewertet deren Zustand.

Nach Abschluss werden alle zur Wiederherstellung verfügbaren Inhalte des Arrays angezeigt, und die Vorschaufunktion ermöglicht die Überprüfung der gefundenen Dateien. Um den Vorgang abzuschließen, markieren Sie die erforderlichen Dateien und klicken im Hauptmenü auf Wiederherstellen.

Geben Sie als Ziel einen anderen gesunden Datenträger an und bestätigen Sie die Aktion. Das Programm erhält die ursprüngliche Ordnerstruktur und Dateiattribute. Nach Abschluss des Kopiervorgangs klicken Sie auf Fertig — die wiederhergestellten Daten stehen anschließend zur weiteren Verwendung bereit.

Wenn das Programm das Array nicht automatisch erkennen konnte oder das Ergebnis des Schnellscans unzureichend ist, verwenden Sie den Vollscan, der eine tiefere Analyse mit der Möglichkeit zur manuellen Angabe der im Array verwendeten Dateisysteme durchführt.
SCHRITT 5. Manuelle RAID‑Konstruktion
Fehler während der Array‑Erweiterung, Löschen der Konfiguration oder versehentliche Initialisierung von Laufwerken bei der Installation eines neuen Betriebssystems führen in der Regel zu kritischen Beschädigungen der Superblöcke. Da Servicemetadaten gelöscht werden, ist eine automatische Erkennung der Speicherstruktur nicht mehr möglich. In solchen komplexen Fällen müssen Sie das Modul RAID‑Konfigurator verwenden, das in Hetman RAID Recovery integriert ist.
Dieses Werkzeug ermöglicht die manuelle Rekonstruktion der exakten Geometrie des Arrays. Sie können die Schlüsselparameter selbst festlegen: korrekte Plattenreihenfolge, Stripe‑Größe, Datenstart‑Offset und den Typ des Paritätsalgorithmus. Durch manuelle Konstruktion ignoriert das Programm beschädigte Serviceinformationen und setzt das logische Volume virtuell direkt aus Dateisystem‑Resten zusammen, sodass eine erfolgreiche Datenextraktion selbst nach partieller Überschreibung möglich ist.
Betrachten wir ein praktisches Beispiel zur Wiederherstellung eines RAID 6-Arrays mit vier Laufwerken, bei dem zwei Laufwerke gleichzeitig ausgefallen sind oder das Array versehentlich formatiert wurde. RAID 6 wurde speziell für solche Situationen entwickelt — Dual‑Parität ermöglicht die Wiederherstellung selbst beim gleichzeitigen Ausfall von zwei Laufwerken. Der Erfolg der Wiederherstellung hängt jedoch direkt von der Genauigkeit der Reproduktion der ursprünglichen Array‑Konfiguration ab, da das Programm die Struktur in solchen Fällen möglicherweise nicht automatisch erkennen kann.

Für die Rekonstruktion in dieser Situation verwenden Sie den RAID‑Konfigurator im manuellen Modus, wo Sie die Plattenreihenfolge, Stripe‑Größe und Paritätsparameter angeben müssen.

Für RAID 5 ist die Vorgehensweise mit dem RAID‑Konfigurator ähnlich, allerdings toleriert RAID 5 nur den Ausfall einer einzelnen Festplatte. Im Fall von RAID 0 ist eine Wiederherstellung nach dem Verlust eines Laufwerks mit softwarebasierten Methoden nicht möglich, da dieses Level keine Redundanz enthält.
Um im manuellen Modus zu arbeiten, benötigt der RAID‑Konfigurator Vorkenntnisse über die grundlegenden Array‑Parameter. In unserem Beispiel werden folgende Werte verwendet:
- Stripe‑Layout‑Typ – Left Synchronous P+Q,
- Stripe‑Größe – 512 KB,
- Sektorgröße – 512 Bytes.

Diese Parameter sind konfigurationsabhängig und können je nach Einstellungen bei der Array‑Erstellung in OpenMediaVault variieren. Falls die exakten Werte nicht bekannt sind, können sie durch Ausprobieren direkt innerhalb des Programms ermittelt werden; der RAID‑Konfigurator erlaubt das Durchlaufen verschiedener Optionen und die Bewertung der Ergebnisse, bevor ein vollständiger Scan gestartet wird.
Im Konfigurator verschieben Sie die benötigten Laufwerke aus dem Bereich Verfügbare Datenträger in die Liste Ausgewählte Datenträger. Es ist essentiell, die ursprüngliche Hardware‑Reihenfolge strikt einzuhalten, da sonst das logische Array falsch zusammengesetzt wird und eine Dateiwiederherstellung unmöglich ist.

Wenn ein bestimmtes Laufwerk physisch fehlt oder nicht lesbar ist, verwenden Sie die Funktion Leere Disk hinzufügen. Die erstellte virtuelle leere Disk muss genau an der Stelle eingebracht werden, an der sich das fehlende Laufwerk befand. Dadurch können die Programm‑Algorithmen die fehlenden Datenfragmente korrekt aus den verbleibenden funktionierenden Medien berechnen.
In einigen Array‑Konfigurationen beginnen die tatsächlichen Dateisystemdaten nicht am Anfang der Festplatte, sondern mit einem Offset — einer bestimmten Anzahl von Bytes, die von einem Service‑Bereich belegt sind. Wenn diese Information beschädigt oder nicht vorhanden ist, kann das Programm nicht automatisch bestimmen, wo das Dateisystem beginnt, und erfordert die manuelle Eingabe dieses Werts.
Der Parameter heißt Offset und gibt die genaue Startposition der Daten auf der Festplatte an. Wird er falsch eingegeben oder leer gelassen, wird das Programm entweder kein Dateisystem erkennen oder eine fehlerhafte Verzeichnisstruktur mit fehlenden Dateien anzeigen.
In unserem Beispiel beträgt der Offset-Wert 135 266 304 Bytes — diese Zahl muss beim Wiederaufbau des Arrays im RAID‑Konfigurator manuell für jedes physische Laufwerk eingegeben werden.

Sind einige Array‑Parameter unbekannt, können sie direkt durch Ausprobieren im Programm ermittelt werden. Das Vorschaufenster dient als Leitfaden: Richtig ausgewählte Werte führen zu einer Partition mit erkanntem Dateisystem und einer lesbaren Verzeichnisstruktur. Dies ist der wichtigste Hinweis darauf, dass die Array‑Logik korrekt reproduziert wurde.
Zur Vereinfachung stellt das Programm die Funktion Automatisch erkennen zur Verfügung. Sie iteriert mögliche Parameterkombinationen — Plattenreihenfolge, Stripe‑Größe und Offset — und ermittelt die wahrscheinlichste Konfiguration.

Dieser Modus ist unverzichtbar, wenn alle technischen Informationen über das Array vollständig verloren sind. Das Scannen und Verifizieren von Millionen von Kombinationen dauert in der Regel deutlich länger als die einfache manuelle Eingabe der Parameter.
Die Dauer dieses Vorgangs hängt direkt von der Kapazität der Laufwerke und der Leistung Ihres PCs ab. Die Wartezeit ist jedoch gerechtfertigt durch die hohe Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Datenrettung in den komplexesten Szenarien der Speicherbeschädigung.
Nach Eingabe aller Parameter klicken Sie auf Hinzufügen — das Array erscheint anschließend auf dem Hauptbildschirm der Anwendung und ist bereit für Scan und Dateiwiederherstellung.

Sobald das rekonstruierte Array in der Geräteliste angezeigt wird, können Sie mit dem Scannen beginnen. Abhängig von der Ursache des Datenverlusts — Konfigurationsfehler, Laufwerksausfall oder versehentliches Überschreiben von Array‑Metadaten — starten Sie idealerweise mit dem Schnellscan. Das Programm analysiert dabei zügig die Dateisystem‑Metadaten und zeigt die vorhandene Ordner‑ und Dateistruktur an.

Vor Beginn der Wiederherstellung verwenden Sie die Vorschau-Funktion, um die Lesbarkeit und Integrität der benötigten Dateien sicherzustellen.
Wenn das Ergebnis des Schnellscans unbefriedigend ist oder das Dateisystem schwer beschädigt ist, führen Sie einen Vollscan durch. Dieser Modus führt eine tiefgehende Analyse des gesamten Array‑Bereichs durch und kann Dateien auch in komplexen Fällen finden.
Nach Abschluss des Scans markieren Sie die Verzeichnisse und Dateien, die Sie wiederherstellen möchten, und klicken auf Wiederherstellen.

Geben Sie im Dialog den Speicherpfad auf einem separaten Laufwerk an und bestätigen Sie die Aktion erneut mit Wiederherstellen. Nach Abschluss berichtet das Programm über die erfolgreiche Wiederherstellung der Daten.
Fazit
Trotz der hohen Zuverlässigkeit von softwarebasierten RAID‑Arrays auf mdadm-Basis, wie sie in OpenMediaVault verwendet werden, bieten sie keinen absoluten Schutz gegen Datenverlust. Der Ausfall eines oder mehrerer Laufwerke, Beschädigung der Array‑Metadaten, Fehler beim RAID‑Rebuild oder versehentliches Löschen von Dateien können Informationen unzugänglich machen.
In den meisten Fällen können Daten aus RAID 0, RAID 5 und RAID 6-Arrays, die unter OpenMediaVault erstellt wurden, erfolgreich wiederhergestellt werden. Die wichtigsten Punkte sind: Schreiben Sie keine neuen Daten auf die betroffenen Laufwerke, schließen Sie alle Laufwerke korrekt an einen Computer an und verwenden Sie spezialisierte Werkzeuge, die in der Lage sind, mdadm‑Array‑Parameter automatisch zu erkennen und die Array‑Struktur wiederherzustellen.
Zeitnahes und korrektes Vorgehen erhöht die Erfolgsaussichten einer Datenwiederherstellung erheblich. Regelmäßige Backups wichtiger Daten bleiben die wirkungsvollste Maßnahme zum Schutz vor den Folgen von Ausfällen oder Hardwarefehlern.







